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Nano-Unternehmer aus dem Saarland, das Leibniz-Institut für Neue Materialien und die gwSaar haben gemeinsam die Initiative Saarland Empowering Nano aus der Taufe gehoben. In unserem Interview erläutern zwei der Gründer, was die Initiative für den Nano-Standort Saarland noch erreichen will.

Empowering Nano ist mehr als ein Magazin. Wie sieht Ihr Konzept aus?

   Flackus: Saarland Empowering Nano ist in eine offene Plattform für saarländische Nanotechnologie, für ihre Anwendungen und Produkte. Wir haben ein Marketingkonzept entwickelt, planen eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und erschließen gemeinsam Vertriebsmöglichkeiten. Dazu kommen Veranstaltungen und Kongresse zum Thema.
   Hauptmann: Wir werben für die Technologie und transportieren ein positives Image für den Standort.
Über Veranstaltungen im In- und Ausland eröffnen wir unseren Unternehmen neue Märkte und bauen gleichzeitig gezielt Kontakte zu Firmen verschiedenster Branchen auf, um sie für das Saarland - auch als Investitionsstandort - zu interessieren. Mit Gemeinwohlprojekten werben wir auch im Saarland selbst für die neue Technologie. Bald darf sich der erste Bürgermeister im Saarland über einen nano-beschichteten Brunnen freuen.

Was ist das Besondere am Nano-Standort Saarland?

   Flackus: Im Saarland hat man das riesige ökonomische Potenzial der Nanotechnologie früher erkannt. Mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Unternehmen mit fast tausend Arbeitsplätzen. Dazu kommen die sprichwörtlichen kurzen Wege und die engagierte Unterstützung durch die Politik.
   Hauptmann: Wir sind traditionell ein Industriestandort. Hohe Dynamik auf engem Raum führt zu schnellen Entscheidungen mit hoher Umsetzungskraft. Diese Stärke unterscheidet uns auch in der Nanotechnologie von anderen Standorten. Unsere Unternehmen sind jung, haben allesamt ihren Markt gefunden und bedienen sehr erfolgreich verschiedenste Industrien mit ihren High-Tech-Produkten. Sie alle empfinden eine starke Verbundenheit mit dem Standort. Das eint.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Nano-Standortes Saarland im globalen Maßstab ein?

   Flackus: Nanotechnologie aus dem Saarland ist internationale Spitze. Kaum eine Region der Welt hat diesen Mix aus Spitzenforschung und Produkten. Das rechnet sich übrigens mittlerweile für den Standort insgesamt.
   Hauptmann: Rund 200 Patente sowie die internationale Präsenz in Japan, Korea und den USA sprechen für sich. Global Player wie Siemens, Samsung, PPG Industries und viele mehr kommen zu uns ins Saarland und suchen unser Know-How. Wir werden zu Vorträgen und Workshops ins Ausland eingeladen und stehen als eines der kleineren Bundesländer im Wettbewerb mit Volkswirtschaften, die um ein Vielfaches größer sind als wir. Mit anderen Worten: Wir spielen international ganz vorne mit.

Wo sehen Sie den Nano-Standort Saarland 2015?

   Flackus: 300 Firmen mit 10.000 Arbeitsplätzen - das wäre natürlich wunderbar, ist aber nicht realistisch. Die Nanotechnologie hat den Weg in die Massenproduktion noch nicht flächendeckend gefunden. Aber das wird schon! Und dann erwarte ich steigende Zahlen in der Beschäftigung, in der Anzahl der Unternehmen und beim Umsatz.
   Hauptmann: Das Potenzial der Nanotechnologie für bestehende Industrien ist enorm. Deshalb wird sich das Wachstum nicht allein in der Nanotechnologie abspielen, sondern auch in klassischen Industriezweigen, die durch unsere Technologie Wettbewerbsvorteile erringen. Dadurch werden wir im Saarland noch viele dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Eine Schlüsselrolle wird dabei allerdings die Verfügbarkeit qualifizierten Personals spielen. Aber auch daran arbeiten wir - gemeinsam.

Peter Hauptmann   
 Peter Hauptmann (40) ist Prokurist der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar.
Jochen Flackus   Jochen Flackus (52) ist Kaufmännischer Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Neue Materialien, Saarbrücken.